Fähigkeiten für die digitale Welt

Engagement als Chance

Diese Studie stellt exklusive Zahlen einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage zu "Fähigkeiten für die digitale Welt" für ZiviZ im Stifterverband durch das infas Institut vor. Hauptergebnisse der bundesweiten Befragung werden auf Basis einschlägiger Forschungsliteratur sowie im Kontext aktueller deutscher und globaler Debatten, Fakten und Beispiele zu digitalem Lernen und digitaler Bildung diskutiert. Am Ende der Studie werden auch fast 30 Beispiele für Engagement im Rahmen von digital.engagiert vorgestellt.

Außerdem verdichtet die Studie laufende Forschungs- und Praxisprojekte von ZiviZ im Stifterverband. Bisherige Fallbeispiele der Anfang 2020 erneut ausgeschriebenen Förderinitiative digital.engagiert mit Amazon (Förderfokus "Digitale Fähigkeiten für die Generation von morgen") werden mit Daten der ZiviZ Survey (zur deutschen Engagementlandschaft) sowie des verbandsübergreifenden Future Skills Aktionsprogramms (für mehr gesamtgesellschaftliche Anstrengungen zur Vermittlung wichtiger Zukunftskompetenzen) in Verbindung gebracht.

Den Ergebnissen der repräsentativen Bevölkerungsumfrage mit 1.022 Teilnehmenden zufolge fühlen sich mehr als zwei Drittel der Befragten unsicher im Umgang mit digitaler Technologie. Die meisten Deutschen sind jedoch lernbereit: 76 Prozent wollen sich bei grundlegenden Fähigkeiten für die digitale Welt weiterbilden, besonders bei allgemeinen Kompetenzen wie Problemlösefähigkeit und digitalen Grundfähigkeiten wie Internetrecherche. Bei digitalen Spezialfähigkeiten wie Programmieren oder Datenanalyse sieht es anders aus: Lediglich knapp ein Drittel (32 Prozent) der Bevölkerung ist hier lernoffen – obwohl es sich dabei um wichtige Kompetenzen für den Arbeitsmarkt von Morgen und gesellschaftliche Mitgestaltung handelt.

Die Studie hat zudem abgefragt, wo und wie die Menschen bereits an ihren Digitalkompetenzen arbeiten. Universitäten und Hochschulen werden eher gut eingeschätzt. Die meisten Menschen – 64 Prozent der Lernbereiten – versuchen ihre Digitalkompetenz selbstständig auszubauen, zum Beispiel mit Lernvideos oder Büchern. Kindergärten und Grundschulen werden auffällig negativ bei der Vermittlung digitaler Fähigkeiten beurteilt. Zivilgesellschaftliche Bildungsakteure und eine engagierte Wirtschaft können eine wichtige Rolle spielen, indem sie das Schulsystem flankieren und bedarfsorientierte Lernangebote für Personen aus allen Teilen der Gesellschaft schaffen bzw. fördern. Die Förderinitiative digital.engagiert von Amazon und Stifterverband unterstützt junge Menschen darin, digitale Fähigkeiten zu erwerben und sie für die Gesellschaft einzubringen.

Quelle: Bevölkerungsbefragung durchgeführt 2019 von infas für ZiviZ im Stifterverband, n=1.022 Befragte
Digitalisierung findet in allen Bereichen unserer Gesellschaft statt. Die Vermittlung wichtiger digitaler Fähigkeiten ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die von Schulen allein nicht gestemmt werden kann. Mehr denn je braucht es dazu auch die Zivilgesellschaft und eine engagierte Wirtschaft.

Dorothee Bär

Staatsministerin im Bundeskanzleramt und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung

Das Verständnis der Informatik und der Logik von Algorithmen als der Sprache der digitalen Welt ist für einen selbstbestimmten Umgang mit der Digitalisierung in der Alltags- und Berufswelt von herausragender Bedeutung.

Deutscher Bundestag

2015, Drucksache 18/4422

Mit dem Digitalpakt Schule wird eine bessere technische Ausstattung von Schulen greifbar. Nun gilt es, in- und außerschulisches Engagement und innovative Ansätze zur Stärkung von Zukunftskompetenzen der nächsten Generation zu unterstützen.

Prof. Dr. Andreas Schlüter

Generalsekretär des Stifterverbandes

Dr. Patrick Gilroy:
Fähigkeiten für die digitale Welt – Engagement als Chance
Herausgegeben von ZiviZ im Stifterverband
Erschienen im Februar 2020
50 Seiten

Kontakt

Lydia Markowski-Beythien

ist Projektleiterin.

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F 030 322982-569

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