ZiviZ-Survey:
Arbeitsmarkt

Der Dritte Sektor beziehungsweise die organisierte Zivilgesellschaft spielt eine zentrale Rolle für den deutschen Arbeitsmarkt. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der bezahlten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (sozialversicherungspflichtig und geringfügig Beschäftigte) im Dritten Sektor nach Angaben des IAB-Betriebspanels von 2,9 im Jahr 2007 auf 3,7 Millionen im Jahr 2016 merklich erhöht. Auch die Daten des statistischen Unternehmensregisters verdeutlichen, dass zivilgesellschaftliche Organisationen bedeutende Arbeitgeber sind, vor allem als Einrichtungs- und Angebotsträger zentraler Bereiche der täglichen Daseinsvorsorge im Gesundheits- und Sozialwesen.

Foto: Andi Weiland | http://www.andiweiland.de (CC by nc) | Gesellschaftsbilder.de

Die wichtigsten Ergebnisse der im Datenreport Zivilgesellschaft veröffentlichen Auswertung des ZiviZ-Surveys 2017 im Überblick:
 

Beschäftigungsvolumen und -entwicklung

  • Laut statistischem Unternehmensregister arbeiteten im Jahr 2014 gut 2,7 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (ohne in Werkstätten beschäftigte Menschen mit Behinderungen) im Dritten Sektor. 2007 waren es noch knapp 2,3 Millionen.
  • In den Einrichtungen und Diensten der Freien Wohlfahrtspflege waren im Jahr 2012 insgesamt knapp 1,7 Millionen Personen hauptamtlich beschäftigt. 
  • Auch in der Freien Wohlfahrtspflege zeigt sich im Vergleich zu den früheren Erhebungen ein kontinuierlicher Anstieg der Beschäftigtenzahlen (2004: 1,4 Millionen; 2008: 1,5 Millionen; 2012: 1,7 Millionen).
     

Wirtschaftszweige, Aufgabenfelder und Bundesländer

  • Im Zeitraum von 2007 bis 2014 gab es keine wesentlichen Verschiebungen bei der Bedeutung des Dritten Sektors als Arbeitgeber innerhalb der verschiedenen Wirtschafsbereiche. Mit 83,5 Prozent sind die meisten Beschäftigten einer Organisation des Bereichs "Interessenvertretungen, religiöse Vereinigungen" im Dritten Sektor angestellt.
     

Professionalisierung im Dritten Sektor

  • Der überwiegende Teil der Organisationen arbeitet, mit Ausnahme der meisten gemeinnützigen GmbHs, nach wie vor auf rein ehrenamtlicher Basis. Nicht einmal jede zehnte gemeinnützige GmbH (7,9 Prozent) kommt ohne bezahltes Personal aus. 
  • Vereine und Stiftungen arbeiten noch immer meist ausschließlich mit Ehrenamtlichen, trotz eines leichten Trends in Richtung Professionalisierung.
     

Kontinuität und Wandel der Erwerbsformen im Dritten Sektor

  • Etwa die Hälfe der im Dritten Sektor Beschäftigten arbeitet in Teilzeit. Der Teilzeitanteil liegt damit um etwa 20 Prozentpunkte höher als in der Gesamtwirtschaft. Eine Erklärung für die hohe Teilzeitquote im Dritten Sektor ist der hohe Frauenanteil, der in den letzten zehn Jahren konstant bei etwa 70 Prozent lag.
  • Die befristete Beschäftigung ist im Dritten Sektor besonders ausgeprägt. Der Anteil der Befristungen ist, trotz eines leichten Rückgangs seit 2013, mit 15,5 Prozent doppelt so hoch wie in der Gesamtwirtschaft.
  • 3,3 Prozent aller Beschäftigten im Dritten Sektor sind freie MitarbeiterInnen, in der Gesamtwirtschaft liegt der Anteil lediglich bei 1,9 Prozent.
     

Die Rolle des Dritten Sektors für Arbeitsmarktintegration

  • Von den mehr als 630.000 Vereinen, Stiftungen, gemeinnützigen GmbHs und Genossenschaften leisten 6,5 Prozent verschiedene Beiträge zur Arbeitsmarktintegration. 
     

Kontakt

Jana Priemer

ist Leiterin des Bereichs Organisierte Zivilgesellschaft.

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