ZiviZ-Survey:
Vereine

Warum benötigen wir empirische Daten zu Vereinen, Stiftungen und anderen gemeinnützigen Organisationen? Der Großteil bürgerschaftlichen Engagements findet nach wie vor überwiegend in Vereinen und anderen Organisationen des Dritten Sektors statt. Sie bilden also einen organisationalen Rahmen für bürgerschaftliches Engagement. Zudem leisten sie vielfältige gesellschaftliche Beiträge. Ohne Vereine gäbe es viele Sport-, Kultur- und Freizeitangebote gar nicht. Gerade in Zeiten von demografischem Wandel, Landflucht und Digitalisierung ist es daher wichtig, die gesellschaftliche Rolle von Vereinen zu verstehen, denn durch ihre Teilhabemöglichkeiten haben sie auch eine zentrale integrative Wirkung.

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Die wichtigsten Ergebnisse der im Datenreport Zivilgesellschaft veröffentlichen Auswertung des ZiviZ-Surveys 2017 im Überblick:
 

Vereine sind die wichtigsten Engagementorte

  • Die rund 600 000 eingetragenen Vereine in Deutschland zeichnen sich durch eine extrem hohe Heterogenität aus. Es gibt kaum ein Anliegen oder ein Interesse, das nicht von mindestens einem Verein vertreten wird.
  • Die Vereinsdichte variiert zwischen sechs Vereinen je 1.000 Einwohner in Hamburg und zehn im Saarland.
     

Regionale Unterschiede in der Vereinsdichte

  • Analog zur Bevölkerung, die überwiegend in Städten lebt, sind auch die meisten Vereine in Städten ansässig. Da Vereine in der Regel von der lokalen Bevölkerung getragen werden, wirkt sich die zunehmende Verstädterung auch auf die Vereinslandschaft aus. 
  • 42,6 Prozent der Vereine sind in Kleinstädten oder in kleineren Gemeinden verortet, 2012 waren es noch 46,1 Prozent. Der Anteil der in Großstädten ansässigen Vereine ist hingegen um 5 Prozentpunkte gestiegen, so dass heute jeder dritte Verein (32,7 Prozent) in einer Großstadt mit mindestens 100.000 Einwohnern zu finden ist.
     

Vereine sind wichtige Bildungsakteure

  • Sport ist noch immer das größte und wichtigste Handlungsfeld. 
  • Im Handlungsfeld Bildung gab es in den vergangenen Jahren zahlreiche Neugründungen, so dass Bildung auf Platz zwei aufgerückt ist und zumindest die relativen Anteile der Sport- und Kulturvereine rückläufig sind.
     

Kleine Vereine prägen die Vereinslandschaft

  • Die deutsche Vereinslandschaft ist überwiegend (60,9 Prozent) von kleinen Vereinen mit maximal 100 Mitgliedern geprägt. Das sind oftmals auf lokaler Ebene agierende Vereine mit zum Teil wenigen Engagierten und meist nur geringen finanziellen Ressourcen.
     

Vereine werden durch Engagement getragen

  • In fast allen Vereinen (94 Prozent) ist mindestens eine Person freiwillig beziehungsweise ehrenamtlich engagiert. In allen Vereinen zusammen engagieren sich 24,2 Millionen Menschen.
  • Eine hohe Zahl an Engagierten können vor allem die Vereine des Bevölkerungs- und Katastrophenschutzes binden. In einem von drei Vereinen des Bevölkerungs- und Katastrophenschutzes (35,2 Prozent) sind mindestens 50 Personen engagiert. In vielen Fällen sind es deutlich mehr.
     

Kontakt

Jana Priemer

ist Leiterin des Bereichs Organisierte Zivilgesellschaft.

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F 030 322982-569

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